Mama-Sein

Mama hoch 2

9. Oktober 2019
mamahochzwei

Lange habe ich mir eine Pause gegönnt und hier am Blog war so gut wie nichts los, auf der Startseite war – bis jetzt – noch ein Oster-Beitrag zu sehen. Seit Mai bin ich nun zweifache Mama und die vergangenen Monate haben wir als vierköpfige Familie genossen und uns in die neue Situation eingelebt. Und weil eben dieser Umstand der Grund für die Blogpause war, widme ich meinen ersten Beitrag nach dieser Auszeit dem Thema ‚Mama hoch 2 – Erwartungen und welche davon sind eingetreten‘.

‚Die Liebe verdoppelt sich‘

Kann man zwei (oder gerne auch mehr) Kinder gleich stark lieben? Ich habe mir die Frage selbst nie gestellt, wurde aber einmal danach gefragt, ob ich mir das schon vorstellen kann. Ich bin immer davon ausgegangen, dass es so sein wird, dass ich unsere Tochter vom ersten Moment genau so lieben werde wie es auch bei Lorenz war. Und: es war exakt so! Von der ersten Sekunde war mein Herz voller überschäumender Muttergefühle für Luisa. Ich liebe kein Kind mehr oder gar weniger, ich liebe beide fast jeden Tag noch mehr. Manchmal überkommt es mich und ich werde ganz rührselig und denke mir ‚Danke, dass ich eure Mama sein darf!‘. Ob das noch die Hormone sind? Ich weiß es nicht, aber ich liebe diese beiden kleinen Geschöpfe einfach abgöttisch.

‚Eins ist keins, zwei sind drei‘

Sind zwei Kinder wirklich so viel mehr Stress, Arbeit oder gar Mühe? Viele Zweifach- bzw. Mehrfachmütter haben mild gelächelt und mir zu verstehen gegeben, dass zwei Kinder sehr viel anstrengender seien als eines. Ich persönlich bin aber immer davon ausgegangen, dass die Umstellung von ‚keins auf eins‘ größer ist als von ‚einem auf zwei‘. Und so war es auch. Man weiß einfach schon, was einen erwartet. Windelwechseln und Stillen sind bereits bekannt, man kennt viele Wehwehchen der kleinen Babies einfach schon. Klar, mit Lorenz gingen viele Dinge schon wie von alleine und man konnte auch mal was als Paar machen, wenn er bei den Großeltern war. Aber man weiß ja, dass diese Zeiten auch wieder kommen. Die Kinder verstehen mit der Zeit auch, dass es da noch jemanden gibt, der Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht. Anfangs war Lorenz eifersüchtig (mehr dazu später) und ich wusste nicht, wie ich beiden Kindern gerecht werden sollte. Das hat sich mittlerweile aber eingespielt und wir haben eine gute Routine. Seit Lorenz in den Kindergarten geht, ist es sowieso noch besser geworden. Da bekommt Luisa am Vormittag viel Aufmerksamkeit und beide freuen sich aufeinander, wenn Lorenz mittags heimkommt. Und im Haushalt geht seither auch wieder einiges leichter.

‚Mit dem Stillen purzeln die Kilos‘

Lorenz habe ich acht Monate gestillt und ich habe es geliebt. Das Abstillen ging dann von ihm aus und es war okay für mich. Luisa möchte ich mindestens genau so lange mit meiner Muttermilch ernähren. Positiver Nebeneffekt nach der ersten Schwangerschaft war, dass meine Schwangerschaftskilos richtig flott weg waren und generell sind die Kilos nur so gepurzelt. Ich habe immer gesagt ‚Stillen ist die beste Diät meines Lebens‘. Und deshalb waren meine Erwartungen, dass es beim zweiten Mal wieder so ist, extrem hoch. Und nun? NIX! Ich habe immer noch zwei Kilo mehr als vor der Schwangerschaft und obwohl Luisa brav trinkt und richtig gut zulegt, geht bei mir überhaupt nichts. Bei Lorenz habe ich so viel gegessen, wirklich für zwei, aber jetzt esse ich relativ normal und trotzdem tut sich kaum etwas. Seit einigen Wochen mache ich nun ein Rückbildungsprogramm und das zeigt zum Glück Wirkung. Langsam aber doch, macht sich ein Minus auf der Waage bemerkbar, aber das Stillen ist dieses Mal nicht der Grund.

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‚Lorenz wird ein toller großer Bruder‘

Während der Schwangerschaft hat Lorenz so rührend Interesse am Baby gezeigt und schon an seiner Puppe eifrig das Bruder-Sein geübt. Als Luisa dann da war und er uns im Krankenhaus besucht hat, war er super lieb und aufgeregt – und ich überglücklich, dass er es so gut aufgenommen hat. Zuhause hat sich das Blatt dann allerdings gewendet und die ersten zwei Wochen waren eine richtige Herausforderung. Zum Glück war mein Mann zuhause, denn Lorenz war richtig eifersüchtig. Es war naiv von mir zu glauben, dass uns das ausbleiben würde. Mit der Zeit hat es sich aber Gott sei Dank gelegt und mittlerweile ist er der große, fürsorgliche Bruder, den ich von Anfang an in ihm gesehen habe. Wenn Luisa weint kommt sofort ein ‚Luisa, du musst nicht weinen, ich bin eh da!‘ und kaum ist sie munter, klebt er schon an ihr. Kleine Geschwister müssen echt was aushalten, auch die unbändige Liebe der größeren Geschwister…

‚Beim zweiten Kind nimmt man vieles lockerer‘

Vieles ja, aber bei weitem nicht alles. Bei manchen Dingen bin ich sogar unentspannter als vorher. So sind wir bei Luisa relativ rasch mit dem Impfen, damit sie möglichst bald einen guten Schutz hat. Immerhin geht Lorenz jetzt in den Kindergarten und wir sind einfach mehr von Kindern umgeben. Generell habe ich total nervös was Krankheiten betrifft. Als Lorenz noch ein Baby war, war das einfach anders, da hatten wir nicht so viel Kontakt mit anderen oder gar fremden Kindern. Aber jetzt sind da natürlich die Freunde von Lorenz, der Kindergarten, das Kinderturnen, der Spielplatz, usw. Man befindet sich außerdem in einer ‚Info-Blase‘ und ist permanent mit Dingen konfrontiert, die einem passieren KÖNNTEN, weil man irgendwann irgendwo von irgendwem davon gehört oder gelesen hat. Und so lag ich einmal eine Nacht nervös wach, weil ich Angst (oder besser gesagt Panik) hatte, dass ich Herpes am Auge hätte und Luisa mit dem anstecken könnte. Oder als Lorenz Mundfäule hatte, haben wir penibel darauf geachtet, dass wir die beiden trennen und ich habe gefühlt 1000 x am Tag die Hände gewaschen und desinfiziert. Angesteckt hat sie sich zum Glück nicht, aber ich war zwei Wochen lang hochnervös. Dabei sollte ich einfach mal darauf vertrauen, dass sie einen guten ‚Grundschutz‘ hat und nicht immer alles gleich massiv gefährlich ist. Da war ich beim ersten Kind irgendwie lockerer. Weil ich aber vielleicht auch vieles noch nicht wusste. Nur: das Leben ist nicht dazu da, sich ständig Sorgen um etwas zu machen oder gar Angst vor etwas zu haben. Dann vergisst man nämlich vor lauter Fürchten auf die ganzen schönen Dinge, die man mit seinen Kindern erleben kann.

‚Man muss nicht mehr so viel neu kaufen‘

Jain. Ich habe mir fest vorgenommen, unserer Tochter viel Kleidung vom großen Bruder anzuziehen. Vor allem bei neutralen Kleidungsstücken in dunkelblau, weiß und grau kein Problem. Denkste. Dann kann man doch nicht widerstehen bei den süßen Mädchensachen. Vieles habe ich trotzdem behalten und einfach mit Neuem kombiniert. Aber bei der Kleidung habe ich trotzdem einen Großteil neu bzw. Second Hand gekauft. Anderes dafür wird vom großen Bruder verwendet, vor allem die großen Anschaffungen wie Kinderwagen, Babyschale, Wippe, Hochstuhl und Gitterbett. Neu angeschafft haben wir uns aber ganz bewusst eine hochwertige Trage, die ich beim zweiten Kind einfach super praktisch finde und das Leben so viel leichter macht. Und auch das Buggy-Board mit Sitz und Lenkrad für Lorenz war eine gute Investition.

 

Aktuell läuft es gerade richtig gut bei uns, wir haben eine Routine gefunden und ich liebe mein Leben als Zweifach-Mama. Wir befinden uns also gerade in einem ‚Hoch‘. Aus Erfahrung weiß ich, dass man diese Phase genießen soll, denn es kann ganz schnell wieder anders werden. Dafür gibt es einige Gründe: Schübe, Zähne und Infekte – um nur drei zu nennen. Und auch die anstrengenderen Zeiten gehören zum Mama-Sein dazu und es macht mich stolz, für diese beiden kleinen Menschen verantwortlich zu sein.

Alles Liebe, Maria

Fotos: rosa fotografiert

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1 Comment

  • Reply Theresa 11. Oktober 2019 at 19:15

    😍🥰😍🥰

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