Mama-Sein private

Jedes Kind ein Zahn

4. April 2019
Schwangerschaft

… oder: Die Hitliste meiner Schwangerschafts-Wehwehchen. Ja, ich werde euch diese Information jetzt aufzwingen. Schieben wir es einfach auf die Unausgewogenheit meiner Hormone, aber manchmal fällt mir das Schwanger-Sein extrem schwer und deshalb schreibe ich mir hier von der Seele, was mir die Schwangerschaft erschwert.

Natürlich bin ich total glücklich über die Schwangerschaft, es ist wieder ein absolutes Wunschkind und ich bin wahnsinnig dankbar darüber. Allerdings musste ich in dieser zweiten Schwangerschaft feststellen, dass es dieses Mal um einiges beschwerlicher ist. Immer werde ich gefragt, wie es mir denn gehe. Und da fängt es schon an – antworte ich ehrlich oder sage ich einfach „Danke, gut!“, weil es mein Gegenüber so erwartet? Mir ging es nämlich selten so gut, dass ich das mit voller Überzeugung antworten konnte. Immer war irgendwas, dort zwickt’s, da zwackt’s. In den letzten 34 Wochen gab’s einige Auf’s und Ab’s – was mir die Zeit erschwert hat, gibt’s jetzt ehrlich und ungeschönt nachzulesen.

 

1) Erschlagende Müdigkeit

Die ersten 14 Wochen der Schwangerschaft war ich furchtbar müde und ständig erschöpft. In der ersten Schwangerschaft riet mir meine Gynäkologin: „Geben Sie sich der Müdigkeit hemmungslos hin.“ – was ich auch gemacht habe, mir im Nachhinein aber nur mehr schwer in Erinnerung rufen konnte. Immerhin habe ich damals noch Vollzeit gearbeitet. Nun waren es 12 Stunden pro Woche, vergleichbar nix. Nun gibt es da aber bereits ein Kind, das meine volle Aufmerksamkeit braucht und ich mich nicht einfach für ein Mittagsschläfchen hinlegen konnte, außer wenn er eben dieses zufällig abhielt. Ausgerechnet in der Zeit hat Lorenz nämlich beschlossen, es mit dem Mittagsschlaf nicht mehr so genau zu nehmen. Meine Hoffnung, dass es mit dieser erschlagenden Müdigkeit nach den ersten 3 Monaten besser werden würde, hat sich zum Glück bewahrheitet. Nun, wo die Zeit der Schwangerschaft bald zu Ende geht, setzt sie allerdings wieder öfter ein. Vor allem am späten Nachmittag bin ich wieder wahnsinnig oft müde und erschöpft und so kommt es dann auch vor, dass ich mich mit Lorenz früh schlafen lege. Das bereue ich leider oft gegen 2 Uhr morgens, wenn ich dann hellwach im Bett liege…

 

2) Übelkeit

Etwas, wovon in ich in der Schwangerschaft mit Lorenz absolut verschont blieb: die allbekannte Morgenübelkeit. Ganz klassisch hatte ich sie dieses Mal auch nicht, es war eher so ein flaues Gefühl, das eigentlich den ganzen Tag anhielt. Vormittags war es am schlimmsten, am besten konnte ich mir mit salzigem Gebäck Abhilfe schaffen. Ein Salzstängel war mehrmals ein Rettungsanker und in meiner Handtasche hatte ich immer Cracker dabei. Wenn mein Magen komplett leer war, ging’s mir gar nicht gut und so habe ich eigentlich ständig vor mich hin geknabbert. Ein Wunder, dass sich das auf der Waage nicht aufschlug… Es hat mir auf jeden Fall geholfen und nach 12 Wochen war es damit zum Glück auch vorbei.

 

3) Der bitterböse Ischias

Eine Beschwerde, die ich auch bei der ersten Schwangerschaft schon früh zu spüren bekommen habe. Damals wurde mir sogar Physiotherapie verschrieben. Dieses Mal ist dafür einfach keine Zeit und ich habe selbst Abhilfe schaffen können: mit einem Peziball und einer Faszienrolle. Ganz schlimm war es, als ich noch gearbeitet habe, denn vom langen Sitzen wurden die Beschwerden stärker. Seit ich im Urlaub und Mutterschutz bin, wurde das glücklicherweise besser. Jetzt wechsle ich tagsüber einfach öfter zwischen sitzenden, stehenden und gehenden Tätigkeiten.

 

4) Fiese Rückenschmerzen

Tut der Ischias mal nicht weh, ist es der Rücken. Bei Lorenz hatte ich damit gar keine Probleme, dieses Mal setze ich auf Grund der oft starken Schmerzen aber sogar auf einen Stützgurt und stützende Wäsche. Wichtig ist auch, dass ich nicht zu lange stehe, sitze oder liege. Jede Position, die ich zu lange einnehme, erschwert das Problem. Zum Glück sind die Rückenschmerzen nach der Schwangerschaft Geschichte…

 

5) Altlast Leistenschwäche

Ich hatte als Kind bereits zwei Leistenoperationen – eine Seite als Baby, die andere mit 3 Jahren. Unter normalen Umständen habe ich damit kein Problem, in der Schwangerschaft allerdings schon. Ich merke einfach, dass meine Leistengegend sehr schwach ist und durch die Belastung ziemlich beansprucht wird. Die Operationen sind einfach schon viele Jahre her und damals wurde anders operiert als jetzt, eh klar. Meine Gynäkologin meinte, ich solle es auf jeden Fall nach den Schwangerschaften checken lassen, denn auch im Alter könnte das schmerzhaft werden.

 

6) Kurzatmigkeit

Ein paar Stufen oder ein Spaziergang, ich schnaufe wie nach einem 5km-Lauf. Durch meine Beschwerden und eine Diagnose beim Ultraschall hat mir meine Ärztin von Sport abgeraten. Dazu kommt, dass man in der Schwangerschaft mehr Blut im Kreislauf hat und auch das führt zur Kurzatmigkeit. Ich find’s einfach nervig, hinter allen nachzukeuchen…

 

7) Tatsächlich: Zahnverlust

Früher war das anscheinend wirklich keine Seltenheit, wie der Spruch „Jedes Kind ein Zahn“ erahnen lässt. Bei der ersten Schwangerschaft blieb es beim Zahnfleischbluten, dieses Mal ist mir wirklich ein Stück Zahn abgebrochen. Das war echt ein Schock für mich! Es war ein wurzelbehandelter Zahn und dadurch war er ohnehin schon nicht mehr so stabil. Aber dann bricht ‚zack‘ die Hälfte davon weg – kein Spaß…

 

8) Nächtliche Wadenkrämpfe

Die sind wirklich fies aber leider keine Seltenheit in der Schwangerschaft. Zwar versuche ich, meinem Körper durch angepasste Ernährung und Nahrungsergänzung alle möglichen Nährstoffe ausreichend zu liefern, aber dreimal war es schon der Fall, dass ich nachts von einem Wadenkrampf geweckt wurde. Da hilft nur schnell raus aus dem Bett und fest auf das betroffene Bein stellen. Und dann hoffen, dass es rasch vorbeigeht und tagsüber nicht mehr allzu sehr zieht.

 

9) Venenschwäche

Seit einigen Wochen laufe ich nun tagsüber mit ärztlich verordneten Kompressionsstrümpfen rum – ziemlich unangenehm, aber man gewöhnt sich dran. Länger als bis 16 Uhr halte ich sie aber dann meist nicht aus. Alleine schon das Anziehen ist in meinem Zustand Hochleistungssport und bei den steigenden Temperaturen wird mir tagsüber ziemlich warm damit. Aber: es muss sein. Meine Ärztin vermutet eine ‚versteckte‘ Venenschwäche in meinen Beinen, die Strümpfe sollen Krampfadern vorbeugen. Eine habe ich trotzdem schon bekommen – eine von der ganz gemeinen Sorte, die sollte aber laut Gyn wieder verschwinden. Ich kenne diese Art von Krampfader schon von der ersten Schwangerschaft und war dieses Mal nicht mehr so geschockt darüber. Ich hoffe sehr, dass sie wirklich wieder verschwindet!!

 

10) Kopfschmerzen

Tabletten sind für mich in der Schwangerschaft tabu und deshalb versuche ich bei dieser Beschwerde möglichst auf natürliche Hilfsmittel zurück zu greifen. Frische Luft, Pfefferminzöl oder Kaffee – diese drei Dinge helfen mir ganz gut. Ich trinke morgens jeden Tag eine Tasse Kaffee, laut Fachliteratur und Ärztin gar kein Problem. Ohne diese Dosis Koffein bekomme ich spätestens gegen Mittag Kopfschmerzen, die ich dann nicht mehr los werde. Dann hilft nur noch ab ins Bett und hoffen, dass der Schmerz im Schlaf verschwindet.

 

11) Sodbrennen

Apfelsaft oder Kaffee, schon habe ich Sodbrennen. Was mich hinsichtlich der vorherigen Beschwerde ziemlich einschränkt. Tipps gibt es viele, helfen tun sie leider nicht immer: ein Schluck Milch, Kaugummi, Natron, ein Löffel Senf und vieles mehr wurde mir empfohlen. Es verhält sich hier ähnlich wie bei der empfindlichen Verdauung: einfach gut darauf achten, was ich – vor allem abends – esse.

 

12) Eingeschränkte Beweglichkeit

Der wachsende Bauch ist so toll – ich liebe meine Kugel! Und naja, so manch einer schüttelt über diese „Beschwerde“ vielleicht den Kopf. Aber habt ihr schon mal mit so einer Kugel einem 2,5-Jährigen beim Laufradfahren geholfen und euch dabei ständig nach vorne gebückt gehalten? Das führt bei mir mitunter sogar zu Übelkeit. Vom Anziehen der Socken und Zubinden der Schuhbänder rede ich da noch gar nicht… Und wenn mir etwas zu Boden fällt überlege ich oft dreimal, ob ich das jetzt wirklich brauche oder nicht einfach liegen lasse, bis Lorenz oder mein Mann es aufheben, ehrlich.

 

13) Schlaflosigkeit

Tagsüber müde, nachts schlaflos. Und das liegt gar nicht so an den Bewegungen des Babies, nein. Regelmäßig werde ich gegen 2 Uhr herum munter und nicht selten ist es der Fall, dass ich 1 bis 2 Stunden wachliege. Mega mühsam, vor allem wenn man bedenkt, dass die Müdigkeit dann tagsüber wieder zuschlägt… Ich bleibe dann liegen und denke mir, dass sich mein Körper ja trotzdem erholt, aber im Kopf rattern dann natürlich die zahlreichen To-Do’s und alle möglichen Gedanken herum…

 

14) Sensible Verdauung

Sonst mit einer guten und unempfindlichen Verdauung gesegnet, ist das bei mir in den Schwangerschaften leider gar nicht der Fall. Ich muss mittlerweile wirklich gut aufpassen, was ich abends so esse, denn zu fettige Gerichte schlagen mir extrem auf den Magen. Einmal war es gebratener Speck, ein anderes Mal eine Pizza. Abends gibt es nur noch leichte Kost für mich, den Schüttelfrost und anschließende Magenkrämpfe gefolgt von „es sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen“ versuche ich tunlichst zu vermeiden.

 

15) Geruchsempfindlichkeit

Ein neues Parfum einer Freundin oder eine Liftfahrt mit vielen Personen – das stellt mich vor ziemliche Herausforderungen! Ich bin extrem geruchsempfindlich in den Schwangerschaften, was mir oft den Atem raubt und Übelkeit beschert. Ganz schlimm sind auch Gerüche aus der Landwirtschaft und Zigarettenrauch – pfui!!

 

Heute bin ich in die 35. Schwangerschaftswoche gerutscht und pünktlich dazu hat auch der Bauchnabel ‚plopp‘ gemacht. Außerdem kam ich heute nicht selbst aus meinen Kompressionsstrümpfen raus und der Mann musste helfen. ABER: der Countdown läuft und ich nehme es einfach an, wie es ist. Die körperlichen Einschränkungen und Wehwehchen sind nun zeitlich wirklich angezählt und ich versuche, die letzten Wochen der Schwangerschaft so gut es geht zu genießen.

Alles Liebe, Maria

 

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2 Comments

  • Reply Theresa 5. April 2019 at 14:42

    So ein schönes Foto 😍

    • Reply Maria 8. April 2019 at 12:06

      Danke, du bist lieb :-*

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